Zeitgefühllauf

Eigentlich wollte man nur mal neue Methoden zur Zeiterfassung bei Wettbewerben ausprobieren. Seit Jahrzehnten wurde die Zeit und Startnummererfassung nach der Methode „Druckeruhr und handgeschriebene Einlaufliste“ praktiziert. Das war schon so als die Ergebnislisten manuell erstellt wurden und das ist auch heute noch so, wo dies Ergebnisse mit einem Computer hergestellt werden. Das ist alles zeitaufwendig und mit Fehlern behaftet. Deshalb musste mal was Neues probiert werden. Stoppen der Zeiten mit dem Computer und übertragen der Daten zur Auswertung mit WLAN (drahtlose Datenübertagung mit Funk). Und das dies nicht gleich bei einem „richtigen“ Wettbewerb ausprobiert werden kann, war auch klar. Also musste ein „Probewettbewerb“ her. Nach ein wenig Überlegung war der „Zeit – Gefühl – Lauf“ (Copyright by TSV Heiligenrode) geboren.
Was ist das? Gelaufen werden sollte vier mal 1.500 Meter. Jede viertel Stunde sollte ein neuer Start erfolgen. Und das besondere daran? Diese Läufe mussten ohne Uhren absolviert werden. Jeder Teilnehmer sollte nach seinem Gefühl die Strecke angehen. Dabei kam es nicht darauf an, wie schnell man war, sondern das alle vier Läufe möglichst zeitgleich gelaufen werden sollten. Und wer die geringste Differenz aufzuweisen hatte, der war der Sieger.
11 Läuferinnen und Läufer stellten sich der Herausforderung. Einer musste aufgeben aber der Rest lieferte ein erstaunliches Ergebnis. Alle hatten mehr Gefühl wie erwartet! Die größte Abweichung betrug gerade mal 101 Sekunde. Am besten schnitten ab: Jürgen Palt mit 25,9 Sekunden, Petra Althans mit 23,9 Sekunden und Heiko Noll mit 20,6 Sekunden (das sind gerade mal 5 Sekunden pro Lauf).
Das die Technik nicht ganz mitgespielt hat (es funkte nicht so richtig) war nur ein kleiner Wermutstropfen bei einer willkommenen Abwechslung im normalen Trainingsalltag, die wahrscheinlich mal eine Neuauflage erfährt.

Volker Goebel