Berlin
Nenikekamen... Wir haben gesiegt! Hitzeschlacht in Berlin beim 36. Marathon
26/Sep/09 12:25 Abgelegt in:Laufen
"Wir haben gesiegt!", soll bekanntlich der
griechische Hoplit nach der Schlacht von Marathon auf
dem Marktplatz von Athen ausgerufen haben, nachdem er
in voller Rüstung von Marathon nach Athen gelaufen
war. Danach sei er tot zusammengebrochen. Mit diesem
Lauf war der Mythos Marathonlauf begründet. Heute ist
Marathon die Königsdisziplin für alle
Langstreckenläufer - wer mehr als 10 Kilometer laufen
kann, wird irgendwann mal den Wunsch in sich
verspüren, auch mal einen Marathon laufen zu wollen.
Und wer einmal einen Marathon gelaufen ist, wird in
der Regel den Wunsch verspüren, noch mehr Marathons
zu laufen. Und irgendwann mal wird man den Wunsch in
sich haben, einmal in Berlin gelaufen zu sein,
schließlich ist dieser Marathon einer der fünf
weltgrößten - selbst schon eine Legende im 36. Jahr
seines Bestehens. Und Berlin? Was für eine
wundervolle Stadt, was für ein wundervoller Marathon.
Da musste ich also hin. Und ich wurde nicht
enttäuscht! Was für eine Stimmung entlang der
Strecke. Berlin und Hamburg konkurrieren hier auf
einem Niveau - Hamburg ist nur nicht so überlaufen
wie Berlin. Das spricht für meine große Liebe
Hamburg. Dafür ist Berlin viel flacher. Doch dazu
später mehr.
Am Lauftag selbst waren 24-26 Grad vorhergesagt und bei 26 Grad kann ich nicht so gut laufen, bin ich doch ein Kaltblüter. 16 Grad sind für mich die optimale Betriebstemperatur - dann komme ich gut auf Touren. Vor Hitze habe ich mehr als Respekt. Für meine „Rennstrategie“ bedeutete dies: Den Lauf verhalten beginnen und schauen, wie es läuft. Nicht überziehen und vielleicht hochgehen wie ein fauler Zahn. Und trinken, viel trinken. An jeder Verpflegungsstation. Verhalten musste ich es dann tatsächlich angehen lassen, weil ich im Feld nicht vorangekommen bin. Einen vernünftigen Laufrhythmus habe ich tatsächlich erst zwischen Kilometer 24 und 28 gefunden, der war dann auch schnell wieder dahin, weil die ersten Läufer aus dem Feld fielen und gehend oder trippelnd das Tempo verlangsamten. Insgesamt bin ich mit dem Lauf und dem Ergebnis zufrieden: zwei fast identische Halbmarathon-Splits mit 1:54 und 1:55 und dem schnellsten Laufkilometer bei Kilometer 33. Durchschnittspuls über das gesamte Rennen: 157 - da war also auch noch ein wenig Luft nach oben. Das zeigt, dass ich die Sache vernünftig angegangen bin, aber auch, dass bei kälter Witterung deutlich mehr drin gewesen wäre. Am Ende musste ich mich sputen, damit die 3:49 stehen blieb. Der Kurs ist wirklich flach, keine giftigen Steigungen, kein nichts. Man könnte die ganze Zeit schnell laufen - wenn man könnte. Sieht so aus, aus müsste ich hier noch einmal antreten. Was bleibt, ist die Erinnerung an drei tolle Tage in Berlin, an viele Begegnungen mit anderen Läufern, an einen wirklich schönen Lauf und die Aussicht, diesen Marathon eines Tages noch einmal zu bestreiten.
Fazit: Toller Marathon in einer Wahnsinnsstadt. Berlin ist zu Recht ein Big five-Marathon. Und zu guter Letzt darf ich von mir behaupten, dass ich einmal in einem Feld mit dem größten Läufer seiner Zeit gelaufen bin. Was will ich mehr?
Ralph Becker


Am Lauftag selbst waren 24-26 Grad vorhergesagt und bei 26 Grad kann ich nicht so gut laufen, bin ich doch ein Kaltblüter. 16 Grad sind für mich die optimale Betriebstemperatur - dann komme ich gut auf Touren. Vor Hitze habe ich mehr als Respekt. Für meine „Rennstrategie“ bedeutete dies: Den Lauf verhalten beginnen und schauen, wie es läuft. Nicht überziehen und vielleicht hochgehen wie ein fauler Zahn. Und trinken, viel trinken. An jeder Verpflegungsstation. Verhalten musste ich es dann tatsächlich angehen lassen, weil ich im Feld nicht vorangekommen bin. Einen vernünftigen Laufrhythmus habe ich tatsächlich erst zwischen Kilometer 24 und 28 gefunden, der war dann auch schnell wieder dahin, weil die ersten Läufer aus dem Feld fielen und gehend oder trippelnd das Tempo verlangsamten. Insgesamt bin ich mit dem Lauf und dem Ergebnis zufrieden: zwei fast identische Halbmarathon-Splits mit 1:54 und 1:55 und dem schnellsten Laufkilometer bei Kilometer 33. Durchschnittspuls über das gesamte Rennen: 157 - da war also auch noch ein wenig Luft nach oben. Das zeigt, dass ich die Sache vernünftig angegangen bin, aber auch, dass bei kälter Witterung deutlich mehr drin gewesen wäre. Am Ende musste ich mich sputen, damit die 3:49 stehen blieb. Der Kurs ist wirklich flach, keine giftigen Steigungen, kein nichts. Man könnte die ganze Zeit schnell laufen - wenn man könnte. Sieht so aus, aus müsste ich hier noch einmal antreten. Was bleibt, ist die Erinnerung an drei tolle Tage in Berlin, an viele Begegnungen mit anderen Läufern, an einen wirklich schönen Lauf und die Aussicht, diesen Marathon eines Tages noch einmal zu bestreiten.
Fazit: Toller Marathon in einer Wahnsinnsstadt. Berlin ist zu Recht ein Big five-Marathon. Und zu guter Letzt darf ich von mir behaupten, dass ich einmal in einem Feld mit dem größten Läufer seiner Zeit gelaufen bin. Was will ich mehr?
Ralph Becker






