Hamburg

Bericht vom Hamburg-Marathon

Marathon! Ein Lauf, der sehr eng mit der Geschichte der Skiabteilung verbunden ist und seit jeher gepflegt wird. An die Zeiten, die unsere Läufer in den Achtziger und Neunziger Jahren liefen, ist in der „Neuzeit“ kaum einer mehr heran gekommen. Dennoch, der Mythos und die Faszination der Marathondistanz besteht weiterhin.
Am 26. April, zwei Wochen vor dem heimischen Termin in Kassel, fand der Hamburg-Marathon statt. Früh in der Saison und aus diesem Grund auch nicht unbedingt ganz oben in der Beliebtheitsskala der Läufer (was kann man im April schon vom Wetter erwarten), präsentiert sich Hamburg von einer ganz besonderen Seite. Eine faszinierende Stadt, deren Einwohner ein excelentes Händchen für die Motivation der Athleten auf der Strecke haben. Es gibt kaum Stellen am Straßenrand, die nicht von begeisterten Zuschauern gesäumt werden. Da ist es auch egal, ob nun gerade eine Trompete, eine Trommel oder ein Kuchenblech mit dem Kochlöffel bearbeitet wird. Die Hamburger beweisen beim Anfeuern immer wieder besondere und lautstarke Ideen. In diesem Jahr haben sie es sogar geschafft, für außergewöhnlich milde Witterungsverhältnisse zu sorgen.
Zudem scheuten sich diesmal auch nicht wenige Läufer aus der Skiabteilung, den Weg nach Hamburg auf sich zu nehmen. Noch in der Vorbereitungsphase mussten einige aus unseren Reihen leider den erhöhten Anforderungen des Trainings Tribut zollen, dennoch standen an jenem Sonntagmorgen fünf Athleten der Abteilung im gigantischen Starterfeld auf der Reeperbahn. Von Block A bis H war man je nach Leistungsvermögen sortiert, bis traditionell durch Läuten einer Schiffsglocke der Marathon pünktlich um 9 Uhr durch die Kultursenatorin Dr. Karin Welck gestartet wurde. Langsam, sehr langsam, setzte sich das Feld aus über 15.000 Läufern in Bewegung und es vergingen an die 5 Minuten, bis auch die hinteren Reihen des letzten Startblockes die Startmarkierung überliefen. Heutzutage ist das aufgrund der eingesetzten „Transponder“, die am Schuh eingeschnürt werden, kein Problem. Die Zeit läuft für jeden Einzelnen erst ab dem Überlaufen der Startlinie. Die Stimmung, sowohl unter den Läufern, als auch bei den Zuschauern war grandios und ließ die Gedanken oder Sorgen über das Erreichen des persönlich gesteckten Zieles fast vergessen. Die ersten Kilometer vergingen dann auch wie im Fluge, fast zu schnell. Besonders am Anfang des Marathons fällt es bekanntermaßen schwer, nicht über die eigenen Verhältnisse zu laufen. Viel zu leicht lässt man sich durch das Feld einfach mitreißen. Das alles hatten unsere Sportler aus Niestetal aber gut unter Kontrolle. Kurz nach dem Start liefen nur Susanne Dieterich und Dirk Stihl gemeinsam, doch schon an der ersten Verpflegungsstation verloren sich die Beiden im großen Gedränge aus den Augen. Die anderen Drei, Heiko Noll, Mario Schön und Wolfgang Schier, standen ohnehin in unterschiedlichen Positionen in den Startblöcken, sodass sie von Beginn an auf sich allein gestellt waren.
Die Strecke, seit Jahren nahezu unverändert, führt über die Reeperbahn, durch Altona nach Othmarschen und biegt dann auf die Elbchausee ab. Mit Blick auf die Elbe geht es dann zurück Richtung Hafen. In Sankt Pauli erleben die Läufer geradezu einen Hexenkessel. Der abschüssigen Hafenstraße folgend werden sie in eine Art Stadion gelenkt, wo die Stimmung auf dem Höhepunkt ist. Davon getragen geht es weiter in Richtung Innenstadt, vorbei an der Binnenalster über die Kennedybrücke in Richtung Barmbeck nach Norden. Kurz vor Olsdorf ist dann der nördlichste Punkt erreicht und in einer kleinen Schleife führt die Strecke zurück über Eppendorf, Harvestehude und Rotherbaum. Dann ist es nur noch ein kurzes Stück parallel zum Heiligengeistfeld, bis ins Ziel am Millerntorplatz.
Das Niestetaler Feld führte Heiko Noll an, der auf seine Erfahrungen aus den zuletzt in 2008 gelaufenen Marathons in Kassel und Frankfurt zurückgreifen konnte. Seine Bestzeit von 3:07h war für ihn aufgrund eines Infektes an diesem Tag leider außer Reichweite. In einem Abstand von knapp 10 Minuten folgte ihm Mario Schön, dessen letzte Marathonteilnahme in Berlin gut 8 Jahre zurücklag. Sein Ziel war die 3:30h zu unterbieten, was einem Tempo von knapp unter 5 Minuten pro Kilometer entspricht. Dass er am Ende 4 Minuten schneller war, bedeutete für ihn eine neue persönliche Bestzeit. Weitere 10 Minuten dahinter folgte Susanne Dieterich, die sich allmählich zu unser schnellsten Frau in der Abteilung entwickelt. Noch hält Marina Düe mit 3:29h den Rekord auf dieser Distanz, doch bei Susannes Entwicklung könnte dieser bald von ihr geknackt werden. Auch sie schaffte hier in Hamburg mit 3h36 eine neue persönliche Bestzeit. Ihr ganz dicht auf den Fersen war Dirk Stihl, unserer diesjähriger Debütant auf der Marathondistanz. Leider musste er aufgrund von Magenproblemen nach gut 25 Kilometern aufgeben. Kurz dahinter war unser Ironman Wolfgang Schier unterwegs. Den Marathon einfach nur mal so zu laufen, ohne vorher geschwommen und auf dem Rad unterwegs gewesen zu sein, war für ihn ein neues Laufgefühl. Wolfgang benutzte diesen Lauf als Test für den anstehenden Kassel-Marathon und ließ das Tempo demzufolge etwas lockerer angehen. Aber noch ein weiterer Heiligenröder war in der Gruppe durch Kai Traube vertreten. Auch für ihn war es die erste Teilnahme an einem Marathon. Seine Vorbreitung für den Lauf hat er über weite Strecken gemeinsam mit Heiko Noll getroffen und viele Tips von ihm bekommen. Seine Entlohnung war ein Zieleinlauf mit fast exakt 4 Stunden.

Die Ergebnisse und Platzierungen der Skiabteilungsmitglieder im Einzelnen:

Heiko Noll 3:18:37; Platz 315 AK M40; 1158. Platz gesamt
Mario Schön 3:26:47; Platz 468 AK M40; 1741. Platz gesamt
Susanne Dieterich 3:36:40; Platz 41 AK W40, 191. Platz gesamt (Frauen)
Wolfgang Schier 3:58:05; Platz 1241 AK M40, 5164. Platz gesamt
(Kai Traube 4:00:17; Platz 504 AK MH, 5513. Platz gesamt)

Mario Schön

Hamburg Marathon

Der Sonntag, 26.04.09, stand im Zeichen des Hamburg-Marathon. Nach einer sehr guten Vorbereitung gingen mit Susanne Dieterich, Mario Schön und Wolfgang Schier seit langem wieder einmal Läufer aus der Skiabteilung an einem Marathon an den Start. Hier ihre Ergebnisse: Susanne Dieterich 3:36:40h, Mario Schön 3:26:47h und Wolfgang Schier 3:58:05h. Mit einem 41. Platz war Susanne die Bestplatzierte unserer Läufer. Stefan Kessler

Hamburg City-Man

Beim diesjährigen Hamburg City Man stand mit Ulrich Mielau ein weiterer Sportler aus den Reihen der Skiabteilung im öffentlichen Rampenlicht. Er ging über die Sprintdisziplin an den Start und konnte in der Zeit von 1:19:17h einen 27. Platz in der Altersklasse erreichen.

Stefan Kessler